• "Wenn wir behaupten, der beste Freund unseres Hundes zu sein, müssen wir die Art von Freund sein, den wir selbst gerne hätten."

    Suzanne Clothier

Wie ist er?

Besonders bezaubernd.


Mit seiner Arbeitsbereitschaft, Robustheit und Anpassungsfähigkeit ist der Hovawart ein wahrer Allrounder und somit vielseitig einsetzbar, selbst für ernsthafte Aufgabenbereiche. Er ist freundlich, gewitzt und verspielt. Ebenso ist er temperamentvoll aber auch ausgeglichen, wachsam, territorial und mit einer Portion Schutztrieb ausgestattet. Die Erziehung erfordert Liebe, Geduld, Konsequenz und etwas Rücksicht auf seine Eigenwilligkeit. Seine Ausbildung kostet Zeit und auch Geld. Glücklicherweise ist er noch nicht zum Modehund mutiert und die oftmals noch unbekannte Rasse ist der ideale Begleiter für unternehmungslustige Familien und auch Hundesportler. Viele schon wissen die Vorzüge der Rasse zu schätzen ohne von ihm blinden Kadavergehorsam abzuverlangen. 


Hovawarte sind Hunde mit hoher Familienbezogenheit und großem Einfühlungsvermögen. Deshalb ist sein Wachinstinkt und das Schutzbedürfnis, das ihm bereits in die Wiege gelegt wurde, besonders ausgeprägt und für den ausgereiften Hovawart als Spätentwickler eine Selbstverständlichkeit. Damit ein Hovawartwelpe zu einem sicheren und unbefangenen Hund heranwachsen kann, braucht er Ihre Unterstützung. Neben der Prägung durch den Züchter müssen Sie ihm als Besitzer, die Welt zeigen. Man muss sich die Neugier und Lernbereitschaft des Welpen zunutze machen.


Eine liebevolle und konsequente Erziehung vor allem mit Geduld, Zeit, Humor und Frustrationstoleranz seines Besitzers ist unerlässlich und wird sich langfristig auszahlen. Er braucht einen Menschen, der klare direkte Wege geht, denkt und lebt und Regeln aufstellt, da der Hovawart mitunter schon früh seine Grenzen austestet. Gewalt, Härte und unfaire Ausbildungsmethoden mit und ohne Hilfsmittel, auch später im Hundesport, sind völlig fehl am Platz und ganz zu unterlassen. Erziehung soll stattdessen über Motivation, positiver Verstärkung und vielen Spieleinheiten einhergehen. Obwohl der Hovawart mutig und hart sein kann, ist er in der Regel eher feinfühligerer Natur mit sehr guten Antennen, der nie vergisst. 


Die Haltung als Familienhund ist grundsätzlich möglich, sofern für ausreichend Ausgleich in Form von Beschäftigung und Bewegung gesorgt wird. Bei körpernahen Zergelspielen ist er freudig dabei, sie fördern zudem die Bindung, mehr noch als körperferne Wurfspiele. Spiele, Training, (Kopf-) arbeit, entsprechende Bewegung, große Ausflüge mit der Familie oder Wanderungen - egal was man mit ihm macht - er wird alles mit Begeisterung annehmen. Geschehnisse im Alltag und Erlerntes verarbeiten Hunde im Schlaf. Aus diesem Grund sind Ruhe-, und Schlafphasen täglich über viele Stunden nicht zu unterschätzen und absolut notwendig. Im Umgang mit Kindern bringt er grundsätzlich eine große Duldsamkeit mit, stark abhängig davon, ob er mit Kindern positive Erfahrungen sammeln konnte. An erster Stelle muss die Sicherheit stehen, deshalb sind große und auch kleine Hunde niemals mit Kindern alleine zurückzulassen. Eine Unberechenbarkeit oder auch Eifersucht beider Seiten ist möglich, Kind und Hund sind voreinander zu schützen. Bei der Regelung eines Konfliktes, beispielsweise bei Futter- oder Gegenstandsneid könnte der Hund das Kind als rangniedrigeren Mithund ansehen und eine Zurechtweisung unsanft erfolgen. Kinder müssen unbedingt lernen, Hunden respektvoll gegenüberzutreten. Hunden muss bestmöglichen Umgang mit Kindern und vielen angenehmen Erlebnissen unter Aufsicht ermöglicht werden, dann können sie auch zusammenwachsen. In jedem Fall benötigt der Hund einen Rückzugsort, der für Kinder tabu ist. Das kann eine geöffnete Box sein, die er jederzeit ungestört aufsuchen und auch wieder verlassen kann. Auch gilt zu bedenken, dass sich die Reaktion hundeunerfahrener Kinder mit Angst äußern kann. Ihnen fehlt vielleicht noch mehr das Verständnis und Einschätzungsfähigkeit für einen Hund. Die Aufsichtspflicht liegt also bei Ihnen. Sie müssen unbedingt Sorge tragen, dass der Ablauf so ist, dass ein Zusammentreffen für alle Beteiligten akzeptabel ist. Es kann nicht sein, dass einem Menschen Angst vor Hunden zugemutet wird und umgekehrt. Gleiches ist übertragbar auf Spaziergänge, hier sollte Empathie gegenüber unseren Mitmenschen gezeigt werden.


Sein langes Haarkleids ist von solcher Schönheit, jedoch ist der Haarverlust im Fellwechsel groß. Die Fellpflege ist an sich nicht zeitintensiv, da die Unterwolle nicht stark angelegt ist. Ansonsten ist er, sofern er nicht von Ihnen zuvor gesäubert wurde, "selbstreinigend". Es bedeutet, dass Sie nach dem Abtrocknen des Fells überall Haare und auch Dreck in Ihrem Zuhause finden. Einen größeren Anspruch als an Fellpflege hat er an Bewegung. Er will mit seinem Menschen nach draußen, unabhängig von der Wetterlage. Das Bewegungspensum des Hovawartes kann nicht mit einem Garten, unabhängig von der Größe, gestillt werden. Ein Hund verschafft sich dort nicht den notwendigen Auslauf. Abwechslung erleben, etwas für seinen Körper, Geist und Sinne, das will er wie wir. Den Drang nach Bewegung wurde ihm vom Laufraubtier Wolf vererbt.


Es ist ein großer Hund, der sich mühelos, einen Blick über die Tischkante verschaffen kann. Nicht nur das. Es wäre für ihn ein Kinderspiel, auch auf diesen zu kommen. Überhaupt frisst der Hovawart für sein Leben gerne, er ist kein Kostverächter. Ihm ist jede Art einer qualitativ hochwertigen Nahrung willkommen. Langfristig kann mangelhafte Ernährung gravierende Folgen für die Gesundheit unseres Hundes haben. Da der Hund ist in erster Linie ein Fleischfresser ist, ist gerade heutzutage von vegetarischer Ernährung, von der man immer häufiger Notiz nimmt, abzuraten. Der Fleischanteil der Nahrung sollte deswegen prozentual hoch und tierischen Ursprungs sein, vorzugsweise mit Gemüse. Kohlenhydrat-, getreidereduziert, ohne Zucker und ohne Soja als billigen Eiweißlieferanten, wäre ideal. Die Fütterung ist eine Wissenschaft für sich und nirgendwo gehen die Meinungen so stark auseinander wie zu diesem Thema. Trocken-, und Nassfütterung, auch BARF-Rohfütterung (nur nach detailierter, fachkompetenter Rationsberechnung) wäre möglich. Bedenken muss man bei Rohfütterung, das mitunter Schilddrüsenanteile von Schlachttieren mitverfüttert werden, die langfristig hormonelle Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion des Hundes haben können. Ein Infektionsrisiko durch Parasiten, Viren und Bakterien ist neben anderen Nachteilen, wie der Verletzungsgefähr durch Knochen, Über- oder Unterversorgung mit Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen, gegeben. Einfrieren tötet Pathogene nicht sicher ab. Eine Fütterung mit Trockenfutter ist im Vergleich unkompliziert und günstig, man kann dieses auch mit Obst und Gemüse zusätzlich aufwerten. Nassfutter enthält bis zu 80% Wasser, die Entsorgung der Dosen ist nicht jedermanns Sache. Zu große Abwechslung innerhalb Futterarten und auch Futtersorten sind dauerhaft nicht zu empfehlen. Ständiger Wechsel kann die Hunde heikel machen. Ich bin überwiegend mit hochwertigen Trockenfutter über Jahrzehnte hinweg gut gefahren. Gerade für unsere großen Hovawarte ist ein langsames Heranwachsen bis zum ersten Lebensjahr wichtig. Hierbei ist ein entsprechendes Trockenfutter für Welpen und Junghunde, die sich mit moderate Wachstumsgeschwindigkeit auszeichnen, in dieser Zeit auszuwählen. Damit kann der Knochen-, Bänder- und Sehnenapparat in aller Ruhe ausreifen. Mit entsprechend geringer Belastung im ersten Lebenjahr hat der Welpe sehr gute Chancen, sich körperlich gesund zu entwickeln. Nicht alle Krankheiten sind erblich bedingt, manchmal ist es auch ein Zusammenspiel ungünstiger Zusammenhänge (Überbelastung, Falschernährung und Überfütterung in der Wachstumsphase), die einen Defekt auslösen. Er unterscheidet sich mit seinem rechteckigem Körperbau als Traber von einigen galoppierenden Hunderassen im quadratischen Format, welches bei Radtouren ab dem Erwachsenenalter zu beachten ist. 


Der Hovawart kann auch mal für einige, wenige Stunden alleine bleiben, jedoch ist er, wenn er die Wahl hat, lieber mit seiner Familie zusammen. Den engen Kontakt sucht und braucht er. Die Unterbringung in einen Zwinger ist deshalb nicht angebracht und abzulehnen. Bei entsprechender Auslastung und in richtigen Bahnen gelenkt, kann er ein toller Hausgenosse und Freizeitpartner werden. Für uns ist ein beruhigendes Gefühl, Hovawarte im Haus zu haben.


Ein Hovawart ist wie er ist: Besonders schön - besonders wachsam - besonders treu.

Wenn zu allem Anderen auch noch Ihr Herz für einen Hovawart mit seinen Ecken und Kanten mitschwingt, dann könnten Sie sich besonders gut für ihn eignen.