• "Wenn wir behaupten, der beste Freund unseres Hundes zu sein, müssen wir die Art von Freund sein, den wir selbst gerne hätten."

    Suzanne Clothier

Hundesport

Begleithundesport (BH - Verkehrssicherer Begleithund): Die Begleithundeausbildung ist u. a. die Basisarbeit für ein harmonisches Miteinander. Die Einschulung in die "Grundschule" sollte am besten schon im Welpenalter erfolgen. Auf dem Lehrplan stehen "Fächer" wie Sozialverträglichkeit, Unbefangenheit, Verkehrssicherheit, Unterordnungsübungen, die eine entspannte Leinenführigkeit und Freifolge beinhalten. Oft schon wird auf Hundeplätzen auf positive Verstärkung gesetzt, die für alle Beteiligten mehr Spaß bedeutet und langfristigeren Erfolg bringt. Eine Prüfung teilt sich in drei Teilbereiche auf:

  • Sachkundenachweis (schriftliche Prüfung für den Hundeführer, einmalig abzulegen)
  • Unterordnungsteil (Fußarbeit mit Sitz und Platz, Abrufen und Ablage)
  • Verkehrsteil (Verhalten im Straßenverkehr/verschiedene Umweltsituationen)

Der Hund muss zur Prüfung mindestens 15 Monate alt sein. Mit dem Bestehen dieser Prüfung ist die Voraussetzung für eine Prüfungsteilnahme im IGP-Bereich und bei der reinen Fährtenhundsuche gegeben.



Gebrauchshundesport/Vielseitigkeitssport (IGP 1 bis 3 - Ausbildung des Hundes nach der Internationalen Prüfungsordnung für Gebrauchshunde der FCI) oder ehemals Schutzhundesport: Hierbei muss sich der Hund zusammen mit seinem Hundeführer in Gehorsam, Geschicklichkeit, Ausdauer und Konzentration in hoher Trieblage unter Beweis stellen. Die abwechslungsreiche Beschäftigung ist anspruchsvoll teilt sich in drei Sparten auf:

  • Fährte - Abteilung A
  • Unterordnung - Abteilung B
  • Schutzdienst - Abteilung C.

Eine vorzüglich abgelegte Prüfung kann mit einer Punktevergabe von insgesamt 300 möglichen Punkten belohnt werden. 



Fährtenhund (FH): Hierbei zählt ein Hund dazu, der in einer Fährtenarbeit im Diensthundewesen, in der Rettungshundearbeit oder für den jagdlichen Gebrauch ausgebildet wurde. Für den Hovawart kommt üblicherweise das Absuchen einer menschlichen Fährte in Frage, bei der Anfang und Ende festgelegt ist. Der Hund verfolgt dabei den Duft eines Fährtenmischgeruches, der sich aus abgestorbenen Hautzellen des Fährtenlegers und seiner Bodenverletzung zusammengesetzt. Es gibt verschiedene Anforderungen der jeweils abzulegenden Prüfungen, die sich in Alter, Länge, Verlauf, Bodenbeschaffenheit und Anzahl von Fährtengegenständen unterscheiden. Zusätzlicher Schwierigkeitsgrad könnten gewisse Wettereinflüsse oder eine Verleitperson sein. Diese überquert zeitversetzt in einigen Fährtenprüfungen die Spur des Fährtenlegers. Verschiedene Prüfungsmöglichkeiten sind:


  • Fährtenarbeit in Abteilung A bei IPG-Prüfungen 1 bis 3 
  • FPR 1 (Eigenfährte) - 300 Schritt
  • FPR 2 (Fremdfährte) - 400 Schritt
  • FPR 3 (Fremdfährte) - 600 Schritt
  • FH 1 (Fremdfährte und Verleitperson) - 1200 Schritt
  • FH 2 (Fremdfährte und Verleitperson) - 1800 Schritt


Das Mindestalter für Fährtenprüfungen beträgt 18 Monate, eine Ausnahme macht die FH2 mit 20 Monaten. Voraussetzung zur Teilnahme solcher Prüfungen ist entweder eine bestandene Begleithundeprüfung oder eine abgelegte Prüfung im IGP-Bereich.

Allgemein: Um an einer Prüfung teilnehmen zu können, ist die Mitgliedschaft in einem Verein bzw. einem VDH-anerkannten Verband nötig. Hunde müssen haftpflichtversichert, geimpft und gechipt sein.


THS (Turnierhundesport): Hohe sportliche Betätigung für Hund und seinen Menschen. Alle Hunden können daran teilnehmen. Aufgeteilt in verschiedene Sparten wie: 

  • Hindernislauf: Hund und Hundeführer müssen zusammen eine 75 m lange Strecke absolvieren. Der Hund hat dabei einen Parcour von acht aufeinanderfolgenden Hindernissen zu absolvieren.
  • Vierkampf: Dieser beeinhaltet einen Gerhorsamsteil, einen Hindernislauf, einen 75 m langen Lauf mit Slalomstangen und einen Hürdenlauf. Letzteres muss von beiden gemeinsam überwunden werden.
  • Geländelauf: Die Streckenverläufe von 2000 bzw. 5000 m  werden vom Hundeführer und seinem angeleinten Hunde abgelaufen.
  • CSC (Combinations Speed Cup): Bei dem Staffellauf nehmen 3 Teams teil, die verschiedene Aufgaben des Vierkampfes abzulegen haben.
  • QSC (Qualifikations Speed Cup): Der Parallellauf von zwei identisch gleichen Parcours werden zeitgleich von zwei Mensch-Hunde-Teams angetreten.

Bei allen Sparten werden im Wettbewerb Zeitabnahmen vorgenommen. Gemessen wird bei einem Team derjenige, der zuletzt die Ziellinie überquert. Unterteilung der Startklassen erfolgt in Alter und Geschlecht. Die Teilnahme ist für Kinder ab 11 Jahren zulässig, der Hund muss ein Alter von 15 Monaten erreicht haben.



Mantrailing: Mantrailing kommt aus dem Englischen und bedeutet MAN = Mensch und TRAIL = verfolgen. Zu Beginn wird dem Hund i. d. R. ein Geruchsartikel der zu suchenden Person spannend präsentiert. Im Anschluss wird er im Idealfall die Suche starten und der Spur folgen. Hunde mit guter Nasenveranlagung können in Suchorganisationen bei der Vermissten-, oder Straftätersuche zum Auffinden beitragen oder wichtige Hinweise liefern. Da jeder Mensch einzigartig riecht und somit Individualgeruch besitzt, ist der Hund in der Lage, diesen von Düften vieler anderer Personen zu unterscheiden. Unter optimalen Bedingungen ist eine Suche Tage oder gar Wochen später noch möglich. Er lernt auch, immer den frischesten Geruch einer Person aufzunehmen. Im Mantrailing wollen wir, dass der Hund uns zeigt, was wir nicht mit unseren Augen wahrnehmen können. Daraus resultiert hier eine eigenständige Arbeitsweise des Hundes ohne Steuerung des Menschen. Sie ist anders, da gewöhnlich der Mensch dem Hund Trainingsabläufe beibringt, die der Mensch sehen will. Mantrailing ist Hochleistungssport für unseren Vierbeiner und wir vermögen uns kaum ein Bild davon machen zu können, in welcher Geruchswelt sich unsere Hunde eigentlich befinden. Es handelt sich um ein Jagdspiel - Aufnahme, Verfolgung, Auffinden - das mit einer Bestätigung des Opfers in Form eines Beutespiels oder Futtergabe einhergeht. Sinnvoll ist es, den Welpen schon spielerisch in die Arbeit einzuführen, da er seinen Erfahrungsschatz ständig erweitert und eine jahrelange Ausbildung bis zur Prüfung nötig ist. Mantrailing wird auch für den Freizeitbereich angeboten.


Rettungshundwesen: Die Aufgabe des Rettungshundes ist es, das Leben von vermissten Menschen zu retten. Die Ausbildung solcher Rettungshunde, die in Fläche-, Trümmer-, Lawinen- und Wassersuche eingesetzt werden, ist langwierig und kostenintensiv. Ein solches Team muss belastbar und körperlich fit sein, um sich effektiv an einer Suche beteiligen zu können. Die Ausbildung beginnt im Welpenalter, eine Prüfung muss jährlich wiederholt werden.


Andere Hundesportarten wie Obedience, Agility und Longieren werden noch ergänzt.